Pneumologie (Lungenheilkunde)

Hier dreht sich alles ums Atmen

In der Pneumologie / Lungenheilkunde dreht sich alles ums Atmen – genauer gesagt: Um den Atemapparat. Nachfolgend erfahren Sie unter anderem, welche Krankheitsbilder in unserer überörtlichen, fachübergreifenden Gemeinschaftspraxis behandelt werden und welche Diagnose- und Therapieverfahren an den einzelnen Standorten zum Einsatz kommen. Bei Fragen, die über den Inhalt dieser Seiten hinaus gehen, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Krankheitsbilder

Akute oder chronische Bronchitis

Allgemeiner Begriff für eine Entzündung der zentralen Atemwege ohne Beteiligung des Lungengewebes meist mit den klinischen Symptomen Husten und Auswurf.

Ursachen können chemische oder physikalische Reizstoffe sein oder auch virale oder bakterielle Entzündungen. Unter einer akuten Bronchitis versteht man eine plötzlich aufgetretene und kurz anhaltende Erkrankung.

Als chronische Bronchitis wird der anhaltende Krankheitszustand über längere Zeit bezeichnet (8-12 Wochen). Eine chronisch obstruktive Bronchitis besteht bei einer messtechnisch nachgewiesenen anhaltenden Einengung der Bronchien.


Asbestose

Erkrankung der Bronchien und des Lungengewebes in Folge einer anhaltenden Inhalation von Asbeststaub. Es kommt im Verlauf wie bei der Silikose zu einer zunehmenden Gewebeverdichtung und Vernarbung der Lunge („Fibrose“) mit entsprechenden Funktionseinschränkungen. Bei entsprechender beruflicher Exposition wird die Erkrankung als Berufskrankheit anerkannt.


Asthma bronchiale

Das Asthma bronchiale ist eine chronisch, entzündliche Erkrankung der Atemwege mit einer dauerhaft bestehenden Überempfindlichkeit. Bei entsprechend veranlagten Personen führt die Entzündung zu anfallsweise auftretender Luftnot einer Verengung der Atemwege.

Bei einem Teil der Patienten findet man eine Allergie als Auslöser für die Atemwegsverengung (allergisches Asthma). Bei manchen Patienten finden sich keine Allergien (so genanntes intrinsisches Asthma) darüber hinaus gibt es Mischformen.

Nicht alle Patienten mit einem Asthma bronchiale kommen mit dem Symptom der Luftnot, manche Patienten berichten über wiederkehrende Infekte der oberen Atemwege die häufig verlängert verlaufen, bei einem Teil unserer Patienten ist das einzige Symptom ein anhaltender Husten.

Ursache für das Asthma bronchiale ist eine chronisch entzündlich veränderte Schleimhaut. Hierbei handelt es sich nicht um eine bakterielle oder virale Entzündung. Man geht von einer körpereigenen Entzündungsreaktion aus, wobei sich das Immunsystem geben die eigenen Zellen in der Bronchialschleimhaut richten.

Da es sich um eine chronisch entzündliche Erkrankung handelt, wird das Asthma bronchiale in der Regel mit inhalierbaren Kortisonpräparaten behandelt, darüber hinaus kommen bronchialerweiternde Substanzen zum Einsatz.


Asthma bronchiale | Bäckerasthma

Bei diesen Patienten besteht in der Regel eine Allergie gegen Mehle, die nach Inhalation zu einer Verengung der Atemwege führt. In der Regel handelt es sich um Patienten, die in einer Bäckerei oder Konditorei tätig sind. Außerhalb ihres beruflichen Umfeldes sind sie häufig beschwerdefrei. Es handelt sich hierbei um eine berufsbedingte Erkrankung. Bei sicherem Nachweis erfolgt die Anerkennung über die Berufsgenossenschaften.


Asthma bronchiale | Belastungsinduziertes Asthma

Diese Patienten berichten nur über Beschwerden, wenn sie sich stark körperlich belasten (zum Beispiel beim Sport). Die erfolgt häufig nur eine symptomatische Behandlung mit einem bronchial erweiternden Medikament.


Asthma bronchiale | Isocyanatasthma

Hierbei handelt es sich um eine allergische Reaktion auf Isocyanate. Diese werden in der Kunststoffindustrie verarbeitet. Es handelt sich hierbei um eine anerkannte Berufserkrankung.


Asthma-Exazerbation

Mit einer Exazerbation der asthmatischen Erkrankung wird eine deutliche Verschlechterung der Symptome bezeichnet.
Eine Exazerbation kann leicht, -mittel, -und schwergradig verlaufen.
Eine schwergradige Asthma-Exazerbation beschreibt einen akuten Asthmaanfall, wohingegen sich eine leicht- und mittelgradige Exazerbation im Rahmen einer akuten Bronchitis äußert.

Zur Differenzierung der Schweregrade werden vier Parameter herangezogen:

1) PEF - Peakflow (z. B bei schwerem Asthmaanfall: PEF<50% des Bestwertes)
2 )Sprechen (Einschränkungen aufgrund von Kurzatmigkeit)
3) Atemfrequenz (AF:>25/min)
4) Herzfrequenz (HF:>110/min)

Entsprechend der GINA Guidelines wird die Therapie dem Grad der Exazerbation angepasst.


Bronchialkarzinom | Lungenkarzinom

Unter einem Bronchialkarzinom (auch: Lungenkarzinom) versteht man eine bösartige Neubildung in den Bronchien oder in den Bronchiolen. Das inhalative Zigarettenrauchen ist der mit Abstand wichtigster Risikofaktor für die Entstehung eines Bronchialkarzinoms. Andere Ursachen sind zum Beispiel beruflich bedingt (Arbeiten mit Asbest oder Chrom).

Typische Symptome gibt es nicht. Die Patienten klagen über anhaltenden Husten (manchmal mit Blutbeimengungen zum Sekret) Luftnot, Brustschmerzen, nächtliches Schwitzen oder über eine unklare Gewichtsabnahme.

Die Diagnostik erfolgt in der Regel bildgebend mittels Röntgenaufnahme und Computertomographie (CT), darüber hinaus ist eine feingewebliche Sicherung unerlässlich. Hierzu wird meistens eine Lungenspiegelung (Bronchoskopie) mit Probenentnahme durchgeführt.

Die Klassifikation der Erkrankung erfolgt nach einer feingeweblichen Aufarbeitung der gewonnenen Proben (u.a. Adenokarzinom, Plattenepithelcarcinom, großzelliges Karzinom, kleinzelliges Karzinom). In Abhängigkeit der Ausbreitung des Tumors und des feingeweblichen Ergebnisses erfolgt die Behandlung (z.B. Operation, Strahlentherapie, Chemotherapie).

Trotz aller Bemühungen ist die Prognose des Bronchialkarzinoms insbesondere in den fortgeschrittenen Stadien auch weiterhin sehr schlecht. Ein frühzeitiges Erkennen der Erkrankung ist daher für die Heilungschancen sehr wichtig.


COPD

Die "Chronisch obstruktive Lungenerkrankung" oder englisch "chronic obstructive pulmonary disease (COPD)", ist eine Erkrankung, die mit einer Verengung der Atemwege einher geht. Anders als bei Patienten mit einem Asthma bronchiale führt hier eine Inhalation mit bronchial erweiternden Substanzen nur zu einer unvollständigen Rückbildung der Atemwegsverengung.

Die Patientin klagen über Luftnot, Husten, vermehrten Auswurf. Die Erkrankten sind in der Regel älter als 40 Jahre, der überwiegende Anteil von Ihnen hat jahrelang inhalativ Zigaretten geraucht. Je nach Schweregrad der Erkrankung ist die Lebenserwartung eingeschränkt. Ein Verzicht auf das inhalative Zigarettenrauchen verhindert das Fortschreiten der Erkrankung.

Behandelt wird die Erkrankung mit inhalativen Substanzen, die die Atemwege erweitert. In den höheren Stadien kommen auch inhalative Kortisonpräparate zum Einsatz.


Weitere Informationen

COPD-Exazerbation

Unter Exazerbation versteht man die deutliche Verschlimmerung der Symptome einer bereits bestehenden, in der Regel chronischen Erkrankung.
Eine COPD-Exazerbation äußert sich meist durch vermehrten Husten, Luftnot und grünlich / gelblichen Schleimauswurf.

Die Symptome treten oft sehr rasch auf (akute Exazerbation) oder infolge eines viralen oder bakteriellen Infektes (Infektexazerbation)
Eine Blutentnahme, sowie eine Lungenfunktion sind neben der Schilderung der Symptome wichtige diagnostische Maßnahmen.
Zusätzlich kann ein Röntgenbild bei der Diagnostik helfen und ggf. eine Lungenentzündung als Ursache für die Beschwerden ausschließen.
Es gibt verschiedene Therapiemöglichkeiten, die individuell mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden müssen. So kann zum Beispiel ein Kortisonstoß und / oder ein Antibiotikum nötig sein.
In einigen seltenen Fällen kommt es im Zuge nach Exazerbation zu einem stationären Aufenthalt.

 


Exogen-allergische Alveolitis (EAA)

Durch das Einatmen von organischen Stäuben kommt es zu einer entzündlichen Veränderung der Lungenbläschen. Hierdurch wird der Austausch von Sauerstoff gestört und es kommt zu einer zunehmenden Luftnot.

Wird das auslösender Allergen gemieden, kann sich die Erkrankung vollständig zurückbilden. Bei chronischen Verläufen kommt es zu einer dauerhaften Störung des Sauerstoffaustoffaustausches.


Weitere Informationen

Heuschnupfen

Die allergische Rhinokonjunktivitis oder auch Heuschnupfen genannt, ist durch eine entzündliche Reaktion der Nasenschleimhäute und der Augenbindehaut bedingt. Ursächlich hierfür ist eine immunologische Reaktion mit Sensibilisierung gegen Umweltallergene (Gräserpollen, Birkenpollen, Hausstaubmilben etc.). Typische Reaktionen des Körpers sind Rötung der Augen, Jucken und Niesen.

Die Erkrankung beginnt häufig in der frühen Kindheit und führt oft jahrelang zu einer Beeinträchtigung der Lebensqualität. Das Vorkommen der Erkrankung nimmt in den letzten Jahren stetig zu, wobei die Ursachen multifaktoriell sind. In der Diagnostik ist es wichtig zu wissen, gegen welche Allergene der Patient sensibilisiert ist.

Bei manchen Sensibilisierungen (Katzenhaare, Hundehaare) kann eine Allergenkarenz zu einer vollständigen Beschwerdefreiheit führen. Bei vielen Allergenen (Gräserpollen, Birkenpollen (Windbestäuber)) ist eine Allergenkarenz jedoch nicht möglich. Hier erfolgt die Therapie ist symptomatisch zum Beispiel mit Antihistaminika oder mit lokal wirksamen Kortisonpräparaten.

Eine ursächliche Behandlung ist bei manchen Patienten möglich. Mit der so genannten Hyposensibilisierung (Therapiedauer etwa 3 Jahre) wird versucht „das Immunsystem in eine andere Richtung zu lenken, so dass es sich nicht mehr mit dem Allergenen beschäftigt“. In Abhängigkeit der jeweiligen spezielen Situation kann eine Hyposensibilisierung als orale Therapie (sogenannte SLIT; sublinguale Immuntherapie) oder subcutane Therapie (sogenannte SIT; subcutane Immuntherapie) durchgeführt werden. Signifikannte Erfolge können bei 50-70% der Patienten erzielt werden.


Interstitielle Lungenerkrankungen

Als interstitielle Lungenerkrankungen bezeichnet man eine Gruppe von Lungenerkrankungen, bei denen eine entzündliche Reaktion im Bereich des Lungengewebes abläuft. Diese Reaktion führt zu einem Umbau des Lungengewebes in Bindegewebe.

Der Austausch von Sauerstoff wird dadurch erheblich behindert. Führendes Zeichen der interstitiellen Lungenerkrankungen ist die Luftnot.


Insomnie

Hierunter versteht man den gestörten Schlaf mit häufig gleichzeitig bestehenden Ein- und / oder Durchschlafstörungen. Morgens fühlen sich die Betroffenen häufig nicht ausgeschlafen.

Die Ursachen für insomnische Störung sind vielfältig. Die Störung kann durch Umwelt bedingte Veränderungen, durch psychische aber auch durch organische Erkrankungen verursacht werden.

Wir suchen Patienten mit Ein-und Durchschlafstörungen

Leiden Sie unter Ein- und Durchschlafstörungen (Insomnie)?

Sind Sie über 18 Jahre alt?

Für eine klinische Studie suchen wir Personen, die bei der Überprüfung eines Wirkstoffes zur Behandlung der Ein- und Durchschlafstörungen (Insomnie) mitwirken wollen.

Fahrtkosten für Besuche während der Studienteilnahme werden Ihnen erstattet.

Weitere Informationen gibt es unter www.zms.com.de

 


Lungenfibrose

Unterd der Lungenfibrose versteht man die Vermehrung des Bindegewebes der Lunge. Dies führt bei den Betroffenen zu einer Funktionseinschränkung der Lunge. Eine Vielzahl von Erkrankungen können eine Lungenfibrose zur Folge haben.


Lungenemphysem